Tarifvertrag der öffentlichen und privaten banken

Der Status der doppelten Beschäftigung wirkt sich mit wenigen Ausnahmen auch auf die Arbeitsbeziehungen und Tarifverhandlungen in diesem Sektor aus. Wird das Vereinigungsrecht allgemein anerkannt, so werden in einigen Ländern einige Gruppen von Beamten ausgeschlossen (oder besondere Vertretungsformen vorgesehen), so gibt es größere Beschränkungen für Berufsbeamte in Bezug auf das Recht auf Kollektivverhandlungen und das Streikrecht. In einigen Fällen betreffen diese Beschränkungen alle Bediensteten des Zentralstaats oder sogar alle Angestellten des öffentlichen Sektors, ohne zwischen Berufsbeamten und Angestellten unter normalen Verträgen zu unterscheiden. Neben den Tarifverhandlungen zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften gibt es auch einen dreigliedrigen Wirtschafts- und Sozialrat (ESS), der ursprünglich 1994 eingerichtet wurde. Er befasst sich mit einer Reihe von Arbeits- und Sozialfragen und bringt jeweils acht Vertreter der Gewerkschaften, der Arbeitgeber und der Regierung zusammen. Neben der Diskussion von Themen wie Renten und Gesundheitsfürsorge werden auch die Steuern behandelt und die Legislativvorschläge der Regierung im Beschäftigungsbereich überprüft. Das ESS hat eine Reihe von Vereinbarungen getroffen, in denen gemeinsame Ziele in einer Reihe von Fragen festgelegt werden. Die letzte „Sozialvereinbarung“, die unterzeichnet werden soll, wurde im Oktober 2007 geschlossen und lief bis Ende 2009. Seitdem hat es sich jedoch nicht als möglich erwiesen, eine ähnliche weitreichende Vereinbarung zu erzielen, obwohl neue Arbeitsmarktgesetze, die im April 2013 eingeführt wurden, im ESS diskutiert wurden. Die oben genannten Unterschiede in der Definition des Zentralstaats und des öffentlichen Sektors wirken sich auch eindeutig auf die Verteilung der Beschäftigten und damit auf den Anteil der Erwerbstätigen im Zentralstaat und im öffentlichen Sektor in den einzelnen Ländern aus (Hemerijck et al., 2002). Andererseits ist es äußerst schwierig, all diese eigenwilligen Unterschiede zu kontrollieren und könnte die länderspezifische institutionelle Realität verzerren, ganz zu schweigen von der Tatsache, dass die Daten, die für die „Aufgleichung“ nationaler Aggregate erforderlich sind, oft nicht verfügbar sind.