Aufgaben und Arbeitspakete von NextLeipzig

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NextLeipzig hat seinen Ursprung im Frühjahr 2015 unter dem Namen „Kunst trifft auf Nachhaltigkeit“. Unter dem Namen NextLeipzig startete die Initiative offiziell mit dem Adventskalender am 01.12.2015. Im damaligen Blogpost „Hallo Welt“ waren bereits unsere vier Aufgabenbereiche formuliert. Seitdem haben wir diese ergänzt, einzelne Punkte weiter ausformuliert und blicken jetzt ein gewachsenes Gesamtkonzept. Damit einzelne Teilaspekte oder deren Zugehörigkeit zum großen Ganzen nicht wieder verloren gehen, habe ich die oben abgebildete Grafik erstellt. Auf die einzelnen Projekte und deren Umsetzung möchte ich im Folgenden eingehen.

Methoden und Freiräume für ein Zusammenspiel von aktiver Bürgerschaft und Verwaltung

Beginnen möchte ich ganz im Sinne des „Start with Why“ von Simon Sinek mit dem Warum? und Wie?, bevor ich auf das Was? eingehe.

WARUM braucht es NextLeipzig?

Der Grund für NextLeipzig war am Anfang simpel. Wir sahen die Herausforderungen der nachhaltigen Entwicklung der Stadt, in der wir leben, und wir sahen unsere eigenen Möglichkeiten etwas dazu beizutragen. Bis heute hat sich das nicht geändert, einige Annahmen haben sich aber mit mehr Deutlichkeit herauskristallisiert.

Punkt 1: Leipzig ist eine Stadt mit einer sehr aktiven Bürgerschaft.
Punkt 2: Aktive Bürgerschaft ist etwas, was auch, aber nicht nur in Vereinen, Initiativen und Projekten stattfindet. Auch Akteure innerhalb von Unternehmen suchen oder sehen ihre Rolle darin.
Punkt 3: Leipzig ist auch eine Stadt mit der Stadtverwaltung, die mehr will, als nur wiederholen, was bisher schon da gewesen ist.
Punkt 4: Zischen der aktiven Bürgerschaft und der Verwaltung gibt es noch wenig Berührung.
Punkt 5: Auch zwischen einzelnen Aktivitäten, die sich in Vereinen, Initiativen, Projekten oder sonstigen Unternehmungen im Bereich der Stadtgestaltung gibt es teilweise wenig Berührung.
Punkt 6: Berührung muss verstanden werden als jede Art von Kommunikation.
Punkt 7: Seitens der Stadtverwaltung trifft man bei Netzwerkveranstaltungen immer wieder auf einzelne Personen. Der Austausch findet also eher in For meines sehr spitzen Winkels statt, ein breiter Kontakt ist aus verständlichen Gründen nicht gewünscht und findet tatsächlich nicht statt. Es gibt einzelne Verantwortliche oder einzelne, die sich dieser Aufgabe stellen.
Punkt 8: Eine aktive Bürgerschaft agiert, selbst wenn sie in mehr oder minder professionellen Strukturen (z.B. in Vereinen) agiert, zumeist ehrenamtlich. Dieses Ehrenamt bringt es mit sich, dass die wenige Zeit, die zur Verfügung steht, zuerst auf die Erfüllung des jeweiligen Ziels gerichtet wird und der Austausch mit anderen, also z.B. das Netzwerken, immer nachrangig oder gar nicht aktiv betrieben wird.

Halten wir also fest: Es braucht mehr Austausch unter den Beteiligten und in alle Richtungen. Eine nachhaltige Stadtentwicklung ist nach aktuellen Erkenntnissen nicht vorstellbar, wenn es dieses Miteinander nicht gibt. Nach unserer Vorstellung kann NextLeipzig als quasi dritter Akteur, der Freiräume für Begegnung, Austausch und das Ausprobieren öffnet, ein neues Zusammenspiel auf Augenhöhe ermöglichen.

(Podcast-Tipp: Soziopod, Folge #046: Was ist das für 1 Luhmann?, Stichwort: Gesellschaft besteht aus Kommunikation)

WIE arbeitet NextLeipzig?

Wir haben bisher dafür entschieden NextLeipzig als Initiative, also in einer Form ohne eigene Trägerschaft, zu entwickeln. Grundlage für alles sind Kooperationen. Als Kooperationspartner stehen der Initiative bisher Nexthamburg/Urbanista, der frekonale e.V., die Caravan GbR, der Projektladen Sinn & Sein und die konzeptfreun.de zur Seite. Weiterhin ist es uns wichtig offen und transparent zu arbeiten und zusätzlich auch mit einem Grundverständnis aus dem Agilen Projektmanagement (vgl. Agile Werte in der Agilen Softwareentwicklung).

Die bisherigen Erfahrungen sprechen für dieses Vorgehen. Eigentlich gibt es für alles bereits einen Träger, Kooperationen sind im Kontext Nachhaltigkeit nicht weg zu denken und ganz faktisch wir in relativ kurzer Zeit bereits sehr gut voran gekommen.

WAS macht NextLeipzig?

NextLeipzig macht Projekte im Bereich der partizipativen und nachhaltigen Stadtentwicklung. Hier also die Vorstellung der einzelnen Aktivitäten.

Die Webseite und Plattform unter nextleipzig.de

Mit der Webseite nextleipzig.de sind wir am 01.12.2015 mit dem Adventskalenders „24 Ideen für Leipzig“ an den Start gegangen. Die Webseite bildet die typischen Funktionen einer Webseite ab und gibt darüber hinaus jedem die Möglichkeit, selbst eine „Ideen für Leipzig“ zu veröffentlichen und damit für alle zugänglich zu machen. Bis heute sind 36 Ideen für Leipzig veröffentlicht worden.

Die Webseite ist ein Kooperationsprojekt mit Nexthamburg und urbanista, die das Hosting und die vorhandenen technischen Lösungen auf Basis von WordPress zur Verfügung stellen. Weiterhin beteiligt ist der Verein frekonale, der die Trägerschaft übernommen hat und Steffen Peschel (Autor dieses Beitrages und freier konzeptfreun.de Kulturmanager), der sich um den technischen Support und die Weiterentwicklung der Seite kümmert und gleichzeitig Teil der Redaktion ist.

Für die Webseite gibt es ein Konzept, diese als Plattform weiter zu entwickeln. Dem Konzept liegt die Annahme zugrunde, dass das Teilen einer „Idee für Leipzig“ bereits eine Art Hand-haben ist, sich für die Stadt engagieren zu wollen. Wir wollen dieses Potential schöpfen, indem wir nach erfolgter Eintragung einer Idee, potentielle Partner und Kontaktpersonen anbieten, die sich für eben jene Idee interessieren könnten. Das ganze soll algorithmisch passieren und z.B. auf die „Datenbank für Projekte, Angebote, Veranstaltungen, Aktionen“ von Nachhaltiges Leipzig zurückgreifen.

Der zweite Aspekt ist eine vollständige Dokumentation, welche Verlauf eingetragene „Ideen für Leipzig“ nehmen. Was passiert denn eigentlich aus den Ideen, die auf der Webseite veröffentlicht werden? Im Idealfall begeistern sich Menschen für eine Idee und versuchen diese weiter zu entwickeln und als Projekt umzusetzen. Wenn man in zwei Jahren in den Ideen für Leipzig stöbert und dort nicht herausfindet, ob die Idee weitergedacht, tatsächlich umgesetzt wurde oder einfach niemanden interessiert hat, kann der Effekt im schlechtesten Fall ins Negative umschlagen. „Das interessiert doch sowieso keinen, warum soll ich mir hier Gedanken machen?“ – wäre das Gegenteil von dem, was wir erreichen wollen. Anders herum wollen zeigen, dass auch noch so große und tolle Projekte, von denen man in der Regel ja nur das Ergebnis sieht, auch immer erst mit einer Idee begonnen haben, sich dann Menschen darüber ausgetauscht und sie verbessert haben bis schließlich eine richtige Unternehmung daraus wurde. Wir wollen zeigen, dass es wichtig ist, gute Ideen ernst zu nehmen und wir wollen eine Inspiration dazu liefern, auch selbst den ersten oder den nächsten Schritt zu gehen.

Kunst trifft auf Nachhaltigkeit

Wie eingangs beschrieben, hat NextLeipzig seinen Ursprung in dieser Veranstaltung. In den letzten Wochen haben wir darüber nachgedacht, warum und wie diese Veranstaltung wieder stattfinden kann. Es gab bereits Gespräche mit weitern Akteuren. Unserer Meinung liegt in „Kunst trifft auf Nachhaltigkeit“ eine fruchtbare Kombinationen.

Kunst ist Kommunikation und im Besonderen schafft es Kunst, dass Betrachter oder Teilnehmer sich leichter von sonst alltäglichen Gewissheiten lösen können ohne sich gleich verloren zu fühlen. Wenn wir über die Zukunft reden, reden wir etwas, das wir nicht kennen. Um sich auf eine Idee einzulassen, braucht es häufig auch das richtige Umfeld, die richtige Gegebenheit oder einen neuen Blickwinkel. Kunstausstellungen werden hier kombiniert mit Vorträgen, Seminaren und Workshops zum Thema Nachhaltigkeit, die Kunst soll aber nicht nur als hübscher Rahmen fungieren, sondern auch selbst Lösungsvorschläge mit einbringen.

Uns schwebt bisher vor, im Frühjahr 2017 eine Themenwoche „Kunst trifft auf Nachhaltigkeit“ als Gemeinschaftsprojekt mehrerer Orte im Leipziger Westen zu veranstalten.

PlauderBar

Die PlauderBar findet jeden dritten Donnerstag im Monat im Projektladen Sinn & Sein statt. Die PlauderBar ist eine Kontinuität, die Regelmäßigkeit hilft definitiv dabei, schnell bei der Weiterentwicklung von NextLeipzig voran zu kommen. Die Idee der PlauderBar ist es, sich ungezwungen gegenseitig kennenzulernen und zu plaudern. Bei der letzten PlauderBar im Juli waren 12 Teilnehmer dabei, was gerade noch den Austausch in einer großen Runde erlaubte.

Für die Zukunft angedacht ist auch eine Verschränkung mit der zukünftigen Webseite als Plattform. Wenn jemand eine „Idee für Leipzig“ einstellt und darüber in Kontakt mit jemanden aus einer Initiative oder einem Verein kommt, liegt es nahe sich zu einem Treffen zu verabreden. Um die Terminfindung zu unterstützen, möchten wir an dieser Stelle einfach die PlauderBar anbieten, die konstant am dritten Donnerstag im Monat stattfindet.

Wichtigster Partner für die PlauderBar ist der Projektladen Sinn & Sein, der uns verlässlich die Räumlichkeiten zur Verfügung stellt.

STADTCAMP Leipzig

Das STADTCAMP ist eine Veranstaltung für den Wissens- oder Erfahrungsaustausch. Das Format richtet sich dabei stark an der Idee des Barcamps (Unkonferenz) aus, deren Merkmal es u.a. ist, dass es keine vorgeplanten Vorträge gibt, sondern jeder Teilnehmende aufgefordert ist, selbst zum Teilgebenden zu werden und eine Session mit dem Angebot zum Erfahrungsaustausch zu füllen.

Das STADTCAMP gab es 2013 und 2014 bereits in Dresden, Steffen Peschel war dabei jeweils einer der Mitinitiatoren bzw. -organisatoren. Das STADTCAMP ist ein offenes Projekt, es steht jedem jederzeit frei, ein STADTCAMP zu veranstalten, so lange es nach den Barcamp-Regeln durchgeführt wird, bzw. sich sehr stark an diesen orientiert. Formal ist das STADTCAMP ein Projekt der konzeptfreun.de, in erster Linie aber deshalb, um die Weiterentwicklung und Verbreitung aktiv voran zu treiben. Leipzig könnte nach Dresden die nächste wichtige Station sein, aktuell fehlt es aber noch an der nötigen Grundfinanzierung.

Offenes NextLeipzig Arbeitstreffen/Sprechstunden

Das Kernteam (Peter Hartmann, Steffen Peschel und Christian Triebel) trifft sich jeden Freitag von 09:00 bis 13:00 Uhr, um gemeinsam an den Aufgaben von NextLeipzig zu arbeiten. Gleichzeitig ist das auch (nach Absprache) eine gute Möglichkeit mit dem Kernteam direkt in Kontakt zu treten oder sich zu an der Arbeit zu beteiligen.

Wichtigster Partner ist auch hier der Projektladen Sinn & Sein, der uns die Räumlichkeiten zur Verfügung stellt.

#NextLeipzig Netzwerk

Wir haben aktuell ein relativ großes informelles Netzwerk, über das wir uns über Aktivitäten und Projekte gegenseitig austauschen. Unser Ziel ist es, daraus ein aktives Netzwerk zu formieren, welches sich über Veranstaltungen hinaus untereinander austauscht, sich auch als #NextLeipzig Netzwerk präsentiert und für Rückfragen und Unterstützung von Projekten aus „Ideen für Leipzig“ zur Verfügung stellt. Am konkreten Konzept für dieses aktive Netzwerk arbeiten wir gerade, Interessenten können uns dazu jederzeit ansprechen. Teil des aktiven Netzwerkes können Initiativen, Vereine, Projektgruppen, Stiftungen, Unternehmen und auch Einzelpersonen werden.

Workshops und Seminare

Eine Form der Unterstützung von Projekten ist die Weiterbildung. Wir haben bereits jetzt in unserem Team und im Netzwerk viele Menschen mit Fachkenntnissen dabei. Das reicht von Konzeptionsarbeit, über Teambuilding, zeitgemäße Öffentlichkeitsarbeit und Onlinemarketing bis hin zu Schwarmfinanzierung und Logistik.

Dieses Wissen wollen wir in Form von Workshops und Seminaren jedem zugänglich machen. Die Umsetzung eines Katalogs steht noch am Anfang und wir suchen noch nach einer Möglichkeit der Kofinanzierung. Unabhängig davon kann jeder mit Fragen auf uns zukommen. Die Koordination liegt aktuell bei mir.

Live-Dokumentation über Twitter und Instagram

Wir haben sowohl auf Twitter als auch auf Instagram Accounts angelegt. Ziel ist es, darüber den Communityaufbau zu unterstützen und nicht zuletzt auch, Projekte und Aktivitäten in Leipzig für Leipzig zu dokumentieren. Die Umsetzung erfolgt aktuell noch sporadisch und entsprechend der zeitlichen Möglichkeiten. Die Verantwortung dafür liegt aktuell bei Steffen Peschel, also bei mir.

NextLeipzig auf Facebook

Wir verfolgen Online die Strategie, möglichst viele Kanäle zu benutzen, was aber nicht heißt, dass wir gleichwohl alles bedienen was geht. Auf Facebook halten wir eine Facebook-Page für nicht zielführend. Für eine Initiative, bei es darauf ankommt, dass möglichst viele mitmachen können, ist eine Facebook-Gruppe sinnvoller für alle.

Postkarten

Wir haben auch schon Postkarten gedruckt. Wer diese mit verteilen möchte, kann diese im Projektladen Sinn & Sein auf der Zschocherschen Straße 2a beispielsweise auf der nächsten PlauderBar abholen.

 

 

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